Bei Instagram gibt es einen Trend, den auch Kriminelle für sich nutzen. Foto: Volkmann
Bei Instagram gibt es einen Trend, den auch Kriminelle für sich nutzen. Foto: Volkmann

Berlin. Die Sozialen Medien entfalten auch auf Kriminelle eine große Anziehungskraft. Ein aktueller Instagram-Trend kann besonders gefährlich sein: Es geht um „Get to know me“.

Martin J. Krämer, Security Awareness Advocate bei „KnowBe4“ warnt vor dem gefährlichen Instagram-Trend. Nutzer forderten sich dabei auf, sich in mehreren Fragen vorzustellen, erklärt der Anwalt. „Nutzer werden ermutigt persönliche Informationen zu ihrem Werdegang, Vorlieben und Erfahrungen zu teilen“. Krämer warnt: Fragen zu Lieblingsessen, Kindheitshaustieren oder bevorzugten Getränken könnten nicht nur für Identitätsdiebstahl genutzt werden, sondern auch als Antworten auf Sicherheitsfragen dienen.

Sogenanntes Social Engineering, bei dem in der gegenseitigen Interaktion mitunter auch zur Preisgabe von vertraulichen Informationen angeregt wird, sind kein völlig neues Phänomen. Durch den Instagram-Trend „Get to know me“ lassen sich Manipulationen allerdings deutlich einfach bewerkstelligen.

Damit nicht genug: Der Trend hat inzwischen auch die TikTok-Community erfasst.

„Für Cyberkriminelle hat sich dadurch eine wahre Goldgrube geöffnet“, so Martin J. Krämer von „KnowBe4“ . Diese Informationen seien von besonderer Bedeutung, da öffentlich zugängliche Daten Cyberangriffe ermöglichen können. Konkret geht es um sensible persönliche Informationen, etwa vollständige Namen, E-Mail-Kontakte, Telefonnummern oder gar Bankdaten.

Geraten derartige Daten in die Hände von Kriminellen, können die Angreifer erhebliche Schäden anrichten, vor allem indem sie Identitätsdiebstahl und andere Straftaten begehen.

„Angreifer können alle online geteilten Informationen nutzen, um Menschen zu betrügen, Identitäten zu stehlen oder gezielt Angehörige ins Visier zu nehmen“, so Krämer. „Daher ist es wichtig, bei der Online-Datenweitergabe stets vorsichtig zu sein.“

Der Instagram-Trend macht es den Kriminellen grundsätzlich einfacher. Denn: Je besser ein Angreifer eine Person kennt, desto einfacher kann man sie täuschen, sowohl beruflich als auch privat.

„Es ist ratsam, sich zweimal zu überlegen, bevor man an Social-Media-Trends teilnimmt, die zur Weitergabe persönlicher Daten auffordern, egal wie belanglos sie erscheinen mögen“, rät Krämer. „Die Förderung eines Sicherheitsbewusstseins und einer Sicherheitskultur sowohl am Arbeitsplatz als auch im Privatleben kann dazu beitragen, Internetkriminalität zu verhindern und die Sicherheit zu gewährleisten.“