Ein Trend in den Sozialen Medien ist es derzeit, besonders scharfe Chips zu essen. Foto: pixabay
Ein Trend in den Sozialen Medien ist es derzeit, besonders scharfe Chips zu essen. Foto: pixabay

Dortmund. Unter anderem auf TikTok kursiert derzeit eine neue sogenannte „Hot chip challenge“. Kinder und Jugendliche werden dabei dazu aufgefordert, extrem scharfe Tortillachips zu essen. Die Polizei warnt vor diesem Trend, der „kein Spaß, sondern brandgefährlich“ sei.

Nicht jeder Trend ist auch ein guter. Insbesondere in den Sozialen Medien kursieren immer wieder sogenannte „Challenges“, also Herausforderungen, bei denen Kinder und Jugendliche mitunter ihrer Gesundheit schaden. Die Polizei warnt aktuell davon, besonders scharfe Chips zu essen. Hintergrund ist ein aktueller Fall an einer Schule, bei der am Donnerstag zwei Minderjährige gesundheitliche Probleme erlitten hätten. Die Schule der beiden Jugendliche im Alter von 14 und 16 Jahren hatte die Behörde auf den Vorfall aufmerksam gemacht.

„Die Polizei Dortmund hat daraufhin mit dem Ordnungsamt in einer gemeinsamen Kontrolle den Kiosk an der Mozartstraße überprüft“, hieß es Es sei eine Ordnungswidrigkeitenanzeige gefertigt worden, der konkrete Tatbestand werde allerdings noch geprüft.

Der Vorfall ist nicht der einzige, der in Dortmund Aufmerksamkeit erregt, auch aus anderen Schulen solle es Meldungen darüber, dass Schülerinnen und Schüler diese Chips mit sich führen. Die Polizei bittet Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern darum, Kinder und Jugendliche dafür zu sensibilisieren, dass der Verzehr eines solchen Chips stark gesundheitsgefährdend sein kann.

„Erworben wird das Produkt über den Internet-Versandhandel oder Kioske, die dafür sogar teilweise in den Sozialen Medien werben“, so die Behörde. Die Verpackungen seien der Form eines Sargs nachempfunden. „Laut unbestätigten Medienberichten ist in den USA vor einigen Tagen ein Jugendlicher nach dem Verzehr eines solchen Chips verstorben“, hieß es.

Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor „Hot Chip Challenge“

Eine ähnliche Warnung kommt inzwischen auch vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin, das als ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung an den Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft angeschlossen ist.

Mit der „Hot Chip Challenge“ verbreite sich ein Phänomen in den Sozialen Medien, das auch bei Kindern und Jugendlichen Bekanntheit erlangt hat.

„Hierbei wird ein Tortilla-Chip aus Mais, der stark mit Capsaicin gewürzt ist, verzehrt“, schreibt das Bundesinstitut. Oft werde der Konsum in Videos oder Fotos dokumentiert, um die Teilnahme an dieser „Herausforderung“ zu belegen.

„Der Verzehr führte vereinzelt bereits zu ärztlichen Noteinsätzen“, hieß es weiter. Aufgrund der derzeit gesteigerten öffentlichen Wahrnehmung von Capsaicin weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen hin, die bei übermäßigem Verzehr des Alkaloids auftreten können. Auftreten könnten Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen oder auch Bluthochdruck.

Wichtig: „Besonders empfindlich reagieren Kinder auf scharfe Chili-Produkte. Es sind schwerwiegende Vergiftungen bei kleinen Kindern durch die Aufnahme von Chilizubereitungen in der internationalen Literatur beschrieben“, so die Information in dem Bericht. Verbraucherinnen und Verbrauchern rät das BfR daher zur Vorsicht bei der Aufnahme von unüblich stark mit Capsaicin gewürzten Lebensmitteln sowie großen Mengen extrem scharfer Chilisaucen und Chiliextrakten, wie etwa bei Scharfesswettbewerben. Es seien schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich, die unter Umständen lebensbedrohlich sein könnten. „Im eigenen Haushalt sollten scharfe Chilisaucen so aufbewahrt werden, dass sie für kleine Kinder unerreichbar sind“, so das Institut.