Zwischen 1.500 und 2.500 Teilnehmer haben in Ratingen ein Zeichen gesetzt. Foto: Bluna Connection
Zwischen 1.500 und 2.500 Teilnehmer haben in Ratingen ein Zeichen gesetzt. Foto: Bluna Connection

Ratingen. Hunderte sind am Samstag in Ratingen auf die Straße gegangen, um gegen Rechtsextremismus, die AfD und für Demokratie zu demonstrieren.

Die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und für freiheitliche demokratische Werte ziehen in vielen kommunen der Republik und inzwischen auch im Kreis Mettmann ihre Kreise. Nach einer Kundgebung in Wülfrath mit etwa 2.000 Teilnehmern am Freitagnachmittag tat man es den Kalkstädtern in Ratingen gleich: Dort gingen nach Schätzungen der Veranstalter zwischen 1.500 und 2.500 Menschen auf die Straße

Die Omas gegen Rechts und die Bluna Connection hatten zu der Protestaktion aufgerufen, um auch in Ratingen Präsenz zu zeigen und ein Zeichen für Demokratie zu setzen. Drei Redner unterstrichen mit ihren Beiträgen, worum es bei der Aktion ging: Eva Schulze von den Omas gegen Rechts sprach erinnerte an das geschichtsträchtige Datum. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager in Auschwitz von den Soldaten der Sowjetunion befreit. Schulze warnte zudem vor „Gefahren, die vor allem auch von rechten Jugendorganisationen ausgehen“. Der AfD war Schulze vor, „mit ihrem Abstimmungsverhalten viele notwendige Investitionen blockieren zu wollen“. So habe die AfD gegen die Neufinanzierung des Digitalpakts Schule und auch gegen höhere Löhne in der Pflege gestimmt.

Auch Doris Mause von der Bluna Connection positionierte sich gegen Pläne etwa der „Remigration“. „Finger weg von unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern!“, mahnte sie. „Und Finger weg von unserer Demokratie!“. Zwei Dinge erbat sie sich von den Besucherinnen und Besuchern der Kundgebung – dass sie auch im privaten Gespräch im Freundeskreis, in der Familie oder mit Kolleginnen und Kollegen widersprechen, wenn ausländerfeindliche oder rassistische Äußerungen getroffen würden und dass „jede der anwesenden Personen zur Europawahl im Juni ihre Stimme abgeben sollte“.

Die 13-jährige Anna-Sophia berichtete als gebürtige Ratingerin davon, dass „auch sie von den Remigrations-Plänen des Potsdamer Treffens betroffen wäre“. Die Mutter der 13-Jährigen sei Migrantin.

In der ganzen Veranstaltung spielten die „Roten Karten gegen Rechts“ eine große Rolle.
Sie wurden wiederholt und offensichtlich mit großer Freude von den Anwesenden in die
Höhe gehalten, wenn es darum ging, sich von den Ansichten der rechtsradikalen Partei
zu distanzieren und der eigenen Abneigung Ausdruck zu verleihen. Mit unter den Teilnehmern befanden sich die Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese (SPD) und Peter Beyer (CDU). Beide waren tags zuvor bereits in Wülfrath unter den Demonstranten.

Viele Ratinger Politikerinnen und Politiker waren – neben Bürgermeister Klaus Pesch – ebenso vor Ort, etwa die Ratsfrauen Ute Meier und Angela Diehl, Ratsherr Christian Wiglow und die Landtagsabgeordnete Elisabeth Müller-Witt. Ebenfalls aktiv: Viele Kinder. Sie waren mit kreativen Slogans dabei: „Lilifee statt AfD“ stand auf einem der Plakate.

Das Ratinger Prinzenpaar Daniel I. und Petra II. verlieh Eva Schulze und Doris Mause
einen Orden.

Obwohl der Kirchplatz rappelvoll war, verlief die ganze Veranstaltung in einem
„harmonischen und friedlichen Miteinander“, so das Fazit von Doris Mause. Zahlreiche Ordner und Helfer sorgten dafür, dass der Marktbetrieb unbehelligt ablaufen konnte, und Polizei und Ordnungsamt halfen, einen geordneten Rahmen zu gestalten.

„Wir möchten uns ganz ausdrücklich bei Polizei und Ordnungsamt bedanken“, so
Christoph Mause von der Bluna Connection, „es war eine fantastische und
friedliche Veranstaltung, die gezeigt hat, wo Ratingen steht. Einziger Wermutstropfen: der Sound. Das nächste Mal wolle man eine größere Lautsprecheranlage mitbringen, so Mause.

Weitere Demonstrationen im Kreis Mettmann sind bereits angekündigt, so etwa am Samstag, 3. Februar. An jenem Tag werden in Mettmann und in Velbert Kundgebungen stattfinden.