Darstellung eines Halsbandsittichs (kleiner Alexandersittich). Bild: KI/ChatGPT
Darstellung eines Halsbandsittichs (kleiner Alexandersittich). Bild: KI/ChatGPT

Wülfrath. Immer wieder werden in Nordrhein-Westfalen freilebende Papageien gesichtet – insbesondere aus dem Raum Düsseldorf sind Vorkommen von Halsbandsittichen und Alexandersittichen seit vielen Jahren bekannt. Doch auch in Wülfrath und der näheren Umgebung häufen sich Berichte über auffällige grüne Vögel, die möglicherweise zu diesen Arten gehören.


Benjamin Hann möchte nun mehr über das mögliche Vorkommen freilebender Papageien in Wülfrath und Umgebung erfahren und bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Ziel ist es, einen besseren Überblick darüber zu gewinnen, ob sich einzelne Tiere dauerhaft in der Region aufhalten oder sogar kleinere Populationen entwickelt haben.

Wer Papageien oder Sittiche beobachtet hat, wird gebeten, seine Sichtung möglichst mit folgenden Informationen zu melden: Datum und Uhrzeit der Beobachtung; genauer Fundort, Anzahl der Tiere sowie möglichst Fotos oder Videos ubd weitere Beobachtungen, beispielsweise zum Verhalten oder zu den genutzten Bäumen.

Die Hinweise können per E-Mail an papageisichtung@gmail.com gesendet werden.

Tropische Vögel mitten in Deutschland

Was zunächst ungewöhnlich erscheint, ist längst keine Seltenheit mehr. Besonders der Halsbandsittich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in mehreren deutschen Städten erfolgreich angesiedelt. Die ursprünglich aus Afrika und Südasien stammende Art profitiert von den zunehmend milderen Wintern und findet in Parks, Gärten und alten Baumbeständen geeignete Lebensräume. Größere Bestände existieren unter anderem in Köln, Bonn, Düsseldorf, Wiesbaden, Heidelberg und Mannheim.

Auch Alexandersittiche, die etwas größer als Halsbandsittiche sind, kommen in einigen Regionen Deutschlands vor. Häufig stammen die ersten Tiere aus ehemaligen Volierenhaltungen oder entflogenen Haustieren. Über viele Jahre konnten sich daraus stabile Populationen entwickeln.

Die auffällig grün gefärbten Vögel sind aufgrund ihrer lauten Rufe oft leichter zu hören als zu sehen. Besonders morgens und abends fliegen sie häufig in kleinen Gruppen zwischen Schlaf- und Nahrungsplätzen.

Ob sich auch in Wülfrath eine dauerhafte Population entwickelt oder ob es sich lediglich um einzelne umherziehende Tiere handelt, soll nun mithilfe der Bürgerinnen und Bürger näher untersucht werden. Jede Beobachtung – auch wenn sie nur kurz war – kann dabei wertvolle Hinweise liefern.

Benjamin Hann gehört seit nahezu 30 Jahren dem Tier- und Naturschutzverein Wülfrath an und engagiert sich seit vielen Jahren für den Natur- und Artenschutz in der Region. Über einen langen Zeitraum war er stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

Im Zuge der jüngsten Vorstandswahlen schied der bisherige Vorstand aus dem Amt aus und übergab die Verantwortung an ein neu gewähltes Vorstandsteam. Hann unterstützt die Ziele des Vereins weiterhin als langjähriges Mitglied und setzt sich darüber hinaus auch privat für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt ein.

So informiert und sensibilisiert er derzeit in seiner Nachbarschaft über das Einjährige Berufkraut – eine ursprünglich nicht heimische, invasive Pflanzenart, die sich zunehmend ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängen kann. Mit seinem Engagement möchte er das Bewusstsein für den Schutz der biologischen Vielfalt stärken und Menschen dazu ermutigen, selbst aktiv zum Natur- und Artenschutz beizutragen.