Ein Polizist kontrolliert den Verkehr. Foto: Polizei
Ein Polizist kontrolliert den Verkehr. Foto: Polizei

Kreis Mettmann. Die Kreispolizeibehörde hat die Verkehrsunfallstatistik für das vergangenen Jahr vorgestellt. Die Bilanz: Ein leichter Anstieg der Unfallzahl steht einer Verringerung der Verunglückten gegenüber. 

„Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall im Kreis Mettmann verletzt zu werden, ist deutlich geringer, als im übrigen Land NRW“, resümierte Landrat Thomas Hendele die am heutigen Montag, 18. März 2024, vorgestellte Verkehrsunfallbilanz des Kreises Mettmann für das Jahr 2023.

Insgesamt registrierte die Behörde im Kreisgebiet 13.255 Unfälle im Jahr 2023. Das bedeutet einen Anstieg um 0,61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Rückkehr der Mobilität nach der Corona-Pandemie habe sich die Zunahme der Verkehrsunfälle damit weiterhin bestätigt, so die Polizei. Die Zahlen liegen allerdings noch immer deutlich unterhalb des Niveaus von 2019 mit insgesamt 14.613 Verkehrsunfällen.

Trotz der Zunahme der Unfälle in dem am dichtesten besiedelten Kreis im Land NRW ist die Zahl der Verunglückten um 4,59 Prozent auf 1.599 zurückgegangen. Im Vorjahr 2022 waren es 1.676. „Erfreulicherweise liegt die sogenannte Verunglückten-Häufigkeitszahl, also die Anzahl der Verunglückten pro 100.000 Einwohner, mit 326 zudem sogar deutlich unter dem Niveau des Landes. Auf den Straßen im Kreis Mettmann kann man sich also nach wie vor sicher fortbewegen“, erklärte Landrat Thomas Hendele weiter. Der NRW-Durchschnitt liegt bei 399.

Mit einem Blick auf die Verkehrssicherheit ergänzte der Abteilungsleiter der Polizei Thomas Schulte zudem, dass der Kreis Mettmann auf Platz sieben der 47 Polizeibehörden im Land NRW steht. Betroffen macht den Abteilungsleiter dennoch die Zahl der Verkehrstoten: „Auch wenn wir mit neun tödlich Verunglückten im Jahr 2023 drei Tote weniger als im Jahr 2022 verzeichnen können, schockiert mich diese Zahl. Denn hinter jedem Toten steckt ein Schicksal, stehen betroffene Angehörige.“

Der Leiter des Verkehrsdienstes, EPHK Thomas Obst, schilderte in seinen Detailausführungen zum kommunalen Vergleich der Verunglücktenzahlen im Kreis Mettmann, dass in acht von zehn Städten die Zahlen rückgängig seien. Lediglich in Heiligenhaus sowie in Mettmann kam es zu einem Anstieg um 44,9 Prozent, beziehungsweise um 40,86 Prozent.

Passanten waren im Kreis Mettmann im Jahr 2023 zumeist als Verunglückte bei einem Verkehrsunfall betroffen. Hier stieg die Zahl von 197 um 14 Prozent auf 224 an. Bei einem Blick auf die Altersgruppen wurden Kinder, mit einer Zunahme um 17 Prozent auf 168 Fälle am häufigsten Opfer eines Verkehrsunfalls, während die Zahl der betroffenen jungen Erwachsenen sowie der Senioren zurückging. Als mögliche Ursache für die statistische Entwicklung nannte Thomas Obst die auffallend lange Schlechtwetterperiode im Herbst: „Unseren Präventionsansatz ‚Sicherheit durch Sichtbarkeit‘ werden wir diesbezüglich deutlich erhöhen, um zu Fuß Gehende zu sensibilisieren und potentielle Gefahren vorzubeugen.“

Ein weiterer Punkt der Präventionsarbeit wird auch im Jahr 2024 das Pedelec-Training sein, denn im Jahr 2023 stieg die Zahl der verunglückten Pedelec-Fahrer um elf Prozent auf 179 Verunglückte an. Im Vorjahr waren es 162.

Während die Zahl der Verkehrsunfallfluchten einen leichten Abwärtstrend um 1,4 Prozent auf 3.747 Unfallfluchten verzeichnen konnte, stieg zudem die Aufklärungsquote erfreulicherweise um 2,3 Prozent auf rund 38 Prozent (2022: 36 Prozent). Die Aufklärungsquote der Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden stieg sogar um zehn Prozent auf 62 Prozent, wobei jedoch auch die Anzahl der Fälle um 2 Prozent auf 140 leicht stieg.

Thomas Obst wies abschließend auf die um fünf Prozent gestiegenen Verkehrsunfälle hin, die im Jahr 2023 unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln verursacht wurden: „Mit der anstehenden Legalisierung von Cannabis möchte ich eindringlich vor den Gefahren warnen, die mit dem Konsum und einer dadurch potentiell eingeschränkten Fahrtauglichkeit einhergehen können.“ Der Leiter des Verkehrsdienstes kündigte verstärkte Kontrollen an, die sowohl zur Sensibilisierung als auch der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer dienen sollen.