Velbert. Nach der Pleite der Betreibergesellschaft Ambiente Care Süd GmbH kommt es bei dem Seniorenzentrun „Rheinischer Hof“ in der Innenstadt zu einem Wechsel. Zum 1. Mai übernimmt Rhemia Residenzen GmbH.
Die Geschichte des Seniorenzentrums Rheinischer Hof ist bewegt: Erst vor rund zwei Jahren hatte die damalige Betreibergesellschaft Levantus mit ihren Convivo-Häusern Insolvenz anmelden müssen – nach einer Phase der Unsicherheit hieß es an dem Velberter Standort zum Start in den März: das Heim ist gerettet.
Die „Ambiente Care Süd“ übernahm – und meldete nun, knapp zwei Jahre nach der Rettung, ihrerseits beim Amtsgericht München am 7. April die Insolvenz an. Betroffen sind sechs von ursprünglich sogar 17 Standorten, wie das Branchenportal „Care vor9“ berichtet. Plätze für 80 Bewohnerinnen und Bewohner gibt es in dem Pflegeheim in der Velberter City. Wie die Deutsche Presseagentur nach einem Gespräch mit RhemiaGeschäftsführer Michael Müller schrieb, sei auch für den Rheinischen Hof bereits der Pachtvertrag unterzeichnet worden. „Das Unternehmen Rhemia Residenzen habe er für die Übernahme der Heime gegründet – als Tochter der Emida Residenzen Holding GmbH, erläuterte Müller“, so die Presseagentur.
Weil der Betrieb in Velbert bislang weiterlief, hatte der Kreis Mettmann als zuständige Heimaufsicht auch nicht eingreifen müssen.
Für Bewohner wie Mitarbeiter ist die Übernahme eine positive Nachricht.
Die anhaltenden gesundheitspolitischen Diskussionen legen indes nahe, dass ein Grundproblem für Pflegeheimbetreiber wie auch deren Bewohner ungelöst ist: explodierende Kosten.
Wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit vor wenigen Wochen mitteilte, rechneten fast 50 Prozent der Befragten einer für NRW durchgeführten Allensbach-Umfrage in Zukunft mit schlechterer Versorgung. „Unser DAK-Pflegereport zeigt eine große Verunsicherung der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen“, sagt Klaus Overdiek, Landeschef der DAK-Gesundheit. 88 Prozent der Befragten gaben an, es sei ein zentrales Ziel, die Pflege für alle Menschen bezahlbar zu machen.
Die Kostenspirale dreht sich allerdings weiter: die Eigenanteile für Heimbewohner stiegen seit vergangenen Sommer um weitere rund 140 Euro. Laut Verband der Ersatzkassen sind mit Stand am 1. Januar in Deutschland durchschnittlich 3.245 Euro zu zahlen.


